Business Analysten müssen Entscheidungen treffen – und zwar häufig. Das ist wichtig, um den Überblick über Fachinhalte zu behalten. Genau dieser Überblick ist in der Business Analyse unverzichtbar. Schließlich soll am Ende ein Produkt entstehen – sei es eine Software, eine Auswertung oder ein Prozess. Eine zentrale Aufgabe von Business Analysten ist es daher, Themen fachlich klar voneinander zu trennen und inhaltlich zu unterscheiden. Ansonsten droht das große Durcheinander im Projekt – und das kann niemand gebrauchen. Business Analysten verleihen Projekten gezielt Struktur und schaffen damit auch eine angenehme Arbeitsumgebung für Entwicklerinnen und Entwickler.

In diesem Teil der Serie erfährst du, welche Möglichkeiten es gibt, Fakten auseinanderzuhalten – auch wenn sie inhaltlich manchmal eng beieinander liegen.


Dies ist Teil einer kompletten Serie zur Business Analyse, die hier startet: Serienstart: Die Lage überblicken


5 Tipps, um Fakten auseinanderzuhalten

  1. Themen trennen
    Fachinhalte sollen meist unabhängig voneinander bearbeitet werden – oft ist das auch ein ausdrücklicher Kundenwunsch. Business Analysten orientieren sich daran. Jeder Fachinhalt wird wie ein eigenes Thema behandelt. Manchmal hängen Themen zusammen, manchmal aber auch gar nicht. Und selbst wenn Begriffe ähnlich klingen, steckt inhaltlich oft etwas ganz anderes dahinter. Ein Beispiel: Eine „Cashcow“ ist selbstverständlich keine echte Kuh – das ist Standardwissen im Unternehmen.
  2. Themen splitten und verfeinern
    Business Analysten müssen sich schnell in alle relevanten Inhalte einarbeiten, um diese für Entwickler-Teams so präzise wie möglich aufzubereiten. Oft geht es um eine Detailtiefe bis „fünf Stellen nach dem Komma“. Erst mit dieser Klarheit kann sichergestellt werden, dass das Ergebnis wirklich den Projektbedarf deckt. Kommunikation muss dafür direkt, klar und unkompliziert sein.
  3. Komplex oder kompliziert?
    Fachinhalte können verschachtelt, komplex oder schlicht kompliziert sein. Manchmal ist nicht einmal klar, was ein Begriff bedeutet – da hilft ein Wörterbuch, Selbstvertrauen und die Fähigkeit, sich schnell in neue Themen einzuarbeiten. Je nach Projektkontext sind Inhalte unterschiedlich priorisiert – und Business Analysten müssen sich darin zurechtfinden.
  4. Aufgaben definieren 
    Projekte dauern manchmal nur wenige Wochen, manchmal Monate oder Jahre. Über die Zeit sammelt sich viel Fachwissen an – deshalb ist eine ordentliche Dokumentation unverzichtbar. Analysieren ist das eine, Inhalte in konkrete Aufgaben und Ergebnisse zu übersetzen das andere. Beides gehört zur Business Analyse.
  5. Ergebnisse abliefern
    Alte Projekterfahrungen können hilfreich wirken – müssen es aber nicht. Häufig sind Inhalte aus vergangenen Projekten nicht auf aktuelle Kontexte übertragbar. Darum ist es so wichtig, alle Ergebnisse in den Systemumgebungen der Kunden zu dokumentieren – am besten mehrfach. Denn in Projekten sammelt sich oft mehr Wissen an als man es vermuten mag.

Methodik-Idee: Netzwerkanalyse

Eine hilfreiche Methode in der Business Analyse ist die Netzwerkanalyse. Dabei werden aktuelle Themen gesammelt und visuell miteinander vernetzt. So wird sichtbar, welche Inhalte zusammengehören und welche eigenständig sind. Es ist ein bisschen so wie das Kinderspiel „Memory“: Pärchen suchen – konzentriert und schnell.

So geht’s:

  1. Alle aktuellen Themen schriftlich sammeln.
  2. Inhalte in Gruppen und Gebiete aufteilen.
  3. Themen an übergeordneten Kategorien anheften.
  4. Zusammenhänge markieren und sichtbar machen.
  5. Aufgaben aus den Themen ableiten und direkt abarbeiten.

So entsteht eine Struktur, die Orientierung gibt und Klarheit schafft – selbst bei hoher Themenvielfalt.

Das könnte z. B. so aussehen:

Eine Skizze, die eine Netzwerkanalyse visualisiert


Bald erscheint Teil 8 dieser Serie zum Thema „Modernes Projektmanagement“. Dort geht es um Projektmanagement in der Business Analyse. Auch wenn Business Analysten selbst nicht fürs Projektmanagement verantwortlich sind, müssen sie doch immer den Überblick behalten: über Ressourcen, Zeit, Bedarfe und Planungsdaten.


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Alle Beiträge von Charlotte Grade

Charlotte Grade arbeitet als Senior Business & IT Analyst bei der OPITZ CONSULTING Deutschland GmbH.

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