Stahlproduktion klingt nach Hochöfen, Funkenflug und tonnenschweren Maschinen. Doch hinter den Kulissen sorgt ein komplexes Netz aus Systemen, Daten und Prozessen dafür, dass alles reibungslos funktioniert – von der ersten Schmelze bis zum fertigen Transport. Ohne diese IT-Infrastruktur würde kein einziger Rohling das Werk verlassen.

Genau hier kommen wir ins Spiel: unser CDS-Team (Customer Domain Support). Wir sind die Feuerwehr, die Detektive und manchmal auch die Kaffeemaschine in einem – immer dann zur Stelle, wenn ein digitales Rädchen klemmt, ein Incident eskaliert oder ein System mitten in der Nacht beschließt, seine eigene Meinung zu haben.

Oha… aus Versehen aus 2 Tonnen Stahl plötzlich 10 gemacht?

Klingt unmöglich? Nicht bei uns! Manche nennen’s Magie – wir nennen’s Freitag …

Fertigungsleitsysteme: kein Auto, sondern ein Nervensystem

Bei uns heißt das Projekt oft einfach „FLS“ (Fertigungsleitsystem) oder „MES“ (Manufacturing Execution System). Klingt wie ein neues Automodell, ist aber in Wahrheit ein komplexes Geflecht aus Produktions- und Logistiksystemen. Klingt kompliziert? Ist es auch. Genau deshalb gibt es uns.

Ob Incident-Management, Systemadministration, Support für lokale Teams oder schlicht „irgendwas geht nicht, macht mal bitte“ – wir sind mittendrin. Vom Hochofen bis zur LKW-Rampe oder zum Bahnsteig: Wenn irgendwo ein digitales Rädchen klemmt, legen wir los. Mit einem wachen Auge (manchmal auch mitten in der Nacht), analytischem Verstand und oft einer Kaffeetasse in der einen und einer JIRA- und MES-Instanz in der anderen Hand.

So erklären wir unseren Job

Wie unser Alltag aussieht? Gar nicht so leicht zu beantworten. Im Privatleben bekommen wir oft Fragen, was wir eigentlich machen – und meistens klingt jede Erklärung ein bisschen nach Science-Fiction. Deshalb habe ich das mal an meine Kollegen Adrian und Dominik weitergegeben.

Was antwortet ihr, wenn euch Freunde oder Familie fragen, was ihr bei eurer Arbeit macht? 

Adrian:

Kinder unter 10? – „Ich arbeite am Computer.“

Teenies bis 16? – „Ich mach irgendwas mit IT … und Deutsch.“

Alle zwischen 17 und 50? – „Büro-Ninja im Großkonzern.“

Und Ü50? – „IT für ein Industrieunternehmen, 
klingt solide und vertrauenswürdig.“
Dominik:
„Das hängt vom Tag ab. Manchmal muss ich die Fabrik retten,
manchmal einen Benutzer im System anlegen.“

Lustig? Ja. Aber auch ziemlich treffend. Denn unser Job ist schwer auf einen Satz zu bringen – vor allem, weil er so vielseitig ist. Zwischen Tickets, Logfiles und Systemen gleicht kaum ein Tag dem anderen.

Standard-Incidents? Fehlanzeige.

Ob es so etwas wie einen typischen Incident gibt? Ich frage Matthias, unser wandelndes Wikipedia.

Gibt’s bei uns sowas wie ein „Standard-Incident“?

Matthias: „Oft gibt es Probleme bei Transporten aller Art. 
Viele Systeme kümmern sich um Lagerung, 
Verladung und Abstimmung mit der Infrastruktur. 
Unser MES vermittelt zwischen diesen Welten. 
Wenn das nicht klappt, sind wir gefragt.“

Wir sind also zentrale Ansprechpartner für viele Teams, die verschiedene Systeme betreiben. Kein einfacher Job, denn die Vielfalt an Fachlichkeiten sorgt dafür, dass Probleme oft schwer einzugrenzen sind.

Superkräfte im IT-Support

Sieht ganz so aus, als wäre das kein Job für alle. Deshalb frage ich weiter:

Welche Superkraft braucht man für diesen Job?

Matthias: „Im MES-Support musst du Hinweise erkennen und Spuren folgen 
– das erfordert den Verstand von Batman. 
Die Wahl des richtigen Werkzeugs allerdings das Gespür von MacGyver.“

Manchmal fühlt sich unser Job tatsächlich an wie eine Mischung aus Supernatural und CSI. Und ja – es passiert, dass sich ein Problem wie von Geisterhand löst. Meistens sind die Enduser glücklich, wir eher misstrauisch.

Deshalb frage ich noch Adrian:

Hast du schon mal ein Problem gelöst, ohne zu wissen, wie du’s gemacht hast?

Adrian: „Klar, das gibt’s! Oft denke ich: 
‚Keine Ahnung, ob das funktioniert 
– aber ich probier’s mal.‘ 
Oder: ‚Darf ich das überhaupt?‘“

Zwischen Minesweeper und MacGyver

Natürlich nutzen wir dafür eine Menge Tools. Manche lieben wir, manche verfluchen wir – brauchen tun wir sie alle. Nach dem letzten gelösten Incident tausche ich mich kurz mit Michal aus – und denke mir: Gut, dass wir so viele Systeme zur Verfügung haben, um ein Problem aus verschiedenen Blickwinkeln zu analysieren.

Ich frage ihn:

Gibt es ein Tool oder System, das du jeden Tag brauchst – aber ehrlich gesagt am liebsten niemals wiedersehen würdest?

Michal: „Ganz klar: QCS. Ein System mit hundert Tabs 
und einem Interface aus dem letzten Jahrzehnt. 
Mächtig, ja – intuitiv, eher nicht.“

Da kann ich nur zustimmen. Und mein persönlicher Klassiker? Ein Bahn-System, das manchmal aussieht wie eine Runde Minesweeper auf Windows XP … nur in echt.

Führung im Dauerbetrieb

Aber Technik allein reicht nicht. Hinter den Kulissen braucht es jemanden, der den Überblick behält – und auch bei der fünften Eskalation am Tag Ruhe bewahrt. Also frage ich unseren Teamleiter Thomas:

Was sind für dich die größten Herausforderungen bei der Führung eines so vielseitigen und verteilten Teams wie CDS?

Thomas: „Die größte Herausforderung ist, trotz räumlicher Verteilung
und 24/7-Betrieb den Teamzusammenhalt zu sichern. 
Informationen müssen schnell fließen, Prioritäten klar sein, 
und niemand soll das Gefühl haben, allein zu arbeiten.“

Wie hält man dabei Struktur und Motivation hoch?

Thomas: „Das Wichtigste ist für mich, Ruhe und Struktur vorzuleben. 
Wir haben klare Abläufe, damit jeder weiß, was im Ernstfall zu tun ist. 
Aber genauso wichtig ist der menschliche Umgang: gegenseitiges Vertrauen, 
Humor und die Sicherheit, dass man sich aufeinander verlassen kann. 
Auch wenn mal fünf ungeplante Themen gleichzeitig auf den Tisch kommen 
– wir packen das gemeinsam an. 
Diese positive Stimmung und das gute Miteinander im Team sind der Grund, 
warum wir trotz Dauerstress motiviert bleiben.“

Fazit: Digitaler Feuerwehrdienst mit Humor

Was Thomas sagt, bringt es auf den Punkt. Unser Alltag lebt nicht nur von Technik, sondern von Teamgeist, Flexibilität und einer guten Portion Humor. Zwischen nächtlichen Incidents, verschwundenen Datenpaketen und Tickets, die sich selbst erledigen, wird es bei uns nie langweilig.

Wir sind IT-Support, Systemanalysten und digitale Feuerwehr zugleich – und dabei immer auf der Suche nach der richtigen Spur im System. Am Ende machen nicht nur Tools und Prozesse den Unterschied, sondern vor allem die Menschen, die sich aufeinander verlassen können.

Und das ist auch gut so. Denn ohne uns würde der Stahl tatsächlich nicht laufen.

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Alle Beiträge von Mateusz Mis

Er arbeitet bei OPITZ CONSULTING als System Support Engineer und kämpft täglich mit Systemfehlern. In seiner Freizeit liest er antike Philosophie, hebt Gewichte und verschlingt Sci-Fi-Romane. IT-Trends kennt er, bevor sie überhaupt trendy sind – ein echter Tech-Nerd mit Tiefgang.

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