Warum User Experience (UX) so schwierig ist und welche Modelle helfen, UX besser zu verstehen

 „Bitte stellen Sie sich jeden Menschen als in einer Insel lebend vor“. Diesen seltsam klingenden Satz formulierte Vera F.Birkenbihl (+2011), Persönlichkeitsentwicklerin und Managementtrainerin und Leiterin des Instituts für gehirn-gerechtes Arbeiten [1].

Zwei Menschen in einer Insel lebend

Der Satz beschreibt mit dem einfachen Bild der Insel hochkomplexe Zusammenhänge des menschlichen Lebens. Denn die Insel beinhaltet alles was Sie je erlernt haben, ihre Hoffnungen, Ängste, Motive, Ziele, Meinungen und ihre eigene Beschreibung der Welt.

Überschneiden sich die Inhalte der beiden Inseln, so fällt der Umgang und die Kommunikation leicht.

Doch dies ist nicht immer der Fall. Mal gibt es mehr Überschneidungen, manchmal weniger. Besonders im Fall von wenigen Überschneidungen ist es nützlich, fähig zu sein Brücken zwischen den Inseln zu bauen. Gute Brückenbauer sind gefragt!

Eine Brücke zwischen zwei Inseln

Was haben diese Inseln nun mit User Experience zu tun?

Das Inselmodell visualisiert warum User Experience so schwierig ist:

1.User Experience Designer leben in einer eigenen Insel. Benutzer leben in einer eigenen Insel.

Um eine positive Benutzererfahrung zu entwickeln dürfen UX Designer die Brücke zur Insel der Benutzer bauen. Häufig gibt es kaum Überschneidungen zwischen UX Designer und Benutzer. UX Designer arbeiten mit Methoden und Werkzeugen, die es ermöglichen zu den unterschiedlichsten Inseln Brücken zu bauen. Mal ist es die Insel eines Stahlwerkarbeiters, mal ist es die Insel der Fashion-Online-Shopper, mal ist es die Insel von Service-Center Mitarbeitern eines Logistikunternehmens. Essentiell für das Brückenbauen sind die Methoden aus dem Bereich User Research. Ein Beispiel ist der Design Thinking Ansatz, der mit der „Empathy“-Phase den ersten Brückenpfeiler aufzieht [2].

2.Positive User Experience wird in einem interdisziplinären Team entwickelt. Viele Inseln auf einem Fleck.

In den komplexen Systemen innovativer Produktentwicklung spielen interdisziplinäre Teams eine wichtige Rolle. Gemischte Teams aus Entwicklern, Designern und Business arbeiten gemeinsam an Lösungen. Diese Inseln verfügen meist über wenige Überschneidungen. Gute Brückenbauer sind auch hier gefragt. Methoden aus Change Facilitation und Coaching spielen hier eine entscheidende Rolle um aus Team-Inseln mit wenig Überschneidungen, Inseln mit vielen Überschneidungen zu schaffen. Aus einem Team könnte im Idealfall ein Dream-Team werden.

Zusammenfassung

Um herausragende und positive Benutzererfahrungen zu entwickeln sind Brückenbauer zwischen den einzelnen Inseln ein essentieller Bestandteil des Erfolgsrezepts. Empathie durch User Research dient als Brücke von UX Designer zum Endbenutzer. Ansätze und Methoden der Change Facilitation helfen interdisziplinären Teams besser zusammenzuarbeiten. Das Inselmodell eignet sich dabei als Erklärungsmodell warum UX so herausfordernd ist.

Auf welche Inseln sind Sie bereits gestoßen und wie haben Sie es geschafft Brücken zu bauen?

Ich freue mich über Austausch und Diskussion.

Referenzen

  1. https://vera-birkenbihl.de/
  2. https://www.interaction-design.org/literature/article/how-to-develop-an-empathic-approach-in-design-thinking

Über den Autor

Andreas Lehner – Product Owner / UX Design

Trainer und Berater bei der OPITZ CONSULTING Deutschland GmbH. Er verfügt über 12 Jahre Erfahrung in der IT-Beratung von Großunternehmen. Seine Schwerpunkte sind die Schnittstellen von Mensch und Maschine. Das Fundament seiner Arbeit und Denkweise sind Design-Methoden sowie agile Prinzipien.

https://www.linkedin.com/in/andreaslehner/

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: