IoT Hackathon auf der Bosch Connnected Experience 2018

Vom 20. bis zum 22. Februar nahmen Alexis Premet und Philipp Perez an der Bosch ConnectedExperience (BCX) – dem IoT Hackathon auf der Bosch Connected World (BCW) – teil. Hackathon und Konferenz fanden verteilt in mehreren Hallen der STATION Berlin statt. Dabei lag der Schwerpunkt der Konferenz auf dem Thema Internet of Things (IoT).

Während auf der Konferenz Keynotes von bedeutenden Persönlichkeiten, darunter die CEOs von Daimler, Kaspersky, Bosch und der Deutschen Post, stattfanden, trafen sich Developer, Data Scientists und Machine Learning Experts, aber auch UI/UX Experts und Product Manager/-Owner auf dem Hackathon. Mit über 800 Teilnehmern konnte dieses Jahr ein neuer Rekord aufgestellt werden.

Hack Challenges

Der Hackathon ist in folgende, fünf Hack Challenges aufgeteilt:

  • Connected Mobility Services
  • Autonomous Driving
  • Manufacturing 4.0
  • Logistics & Supply Chain 4.0
  • Connected Life

Jede Hack Challenge wurde von einem Hack MC (Master of Ceremonies) geleitet. Ihm stehen rund einem Dutzend Hack Coaches zur Seite, die den Teilnehmern des Hackathons bei allen Belangen helfen.

Dabei verfügt jede Challenge über eigene Hardware und Software sowie über eigene Herausforderungen bzw. Tasks. Daneben gibt es Sponsoren, welche die Soft- und Hardware zur Verfügung stellen. Die meisten Sponsoren sind mit eigenen Developern oder Product Ownern vor Ort vertreten, um jederzeit für Fragen bereitzustehen. Unter den diesjährigen Sponsoren befanden sich einige namhafte Firmen wie Cloudera, Google, Red Hat, MongoDB, Telekom, Cisco, Eclipse und Microsoft. Bosch selbst lieferte mit ihren Produkten einen Großteil der IoT Hard- und Software.

Zeitplan

Los ging es am Dienstagabend um 18 Uhr. Nachdem alle Hack Challenges durch ihre Hack MCs vorgestellt worden waren, galt es, sich für eine Hack Challenge zu entscheiden. Überall verteilt standen Flip Charts, auf denen kreative Hacker ihre Ideen präsentieren und um Mitstreiter werben konnten. Unentschiedene Hacker konnten durch das Gebäude laufen und dabei mit anderen ins Gespräch kommen, um sich entweder einem Team anzuschließen oder am Ende doch die eigene Idee zu verwirklichen.

Für Mittwochmorgen war der erste Pitch jedes Teams vor der versammelten Hack Challenge geplant. Hierbei konnten die Teams ihre Idee präsentieren und bei Bedarf erneut um Mitstreiter werben. Danach ging es direkt ans Hacken.

FishChainPitchPoster

Unser Plakat für den ersten Pitch mit der Beschreibung unserer Idee.

Generell war die Zeit des Hackathons sehr knapp bemessen. Verteilt über Dienstag, Mittwoch und Donnerstag standen insgesamt 26,5 h für die Umsetzung unserer Ideen zur Verfügung. Nachts wurde das Gebäude leider geschlossen, aber wir mussten ja auch irgendwann schlafen.

Am Donnerstag um 14 Uhr mussten alle ihre Arbeit beenden, um ihre Idee sowie die Umsetzung in einem finalen Pitch innerhalb der jeweiligen Hack Challenge zu präsentieren. Dabei standen exakt 120 Sekunden für den Pitch zur Verfügung (wie bei einem Elevator Pitch). Mit einer Stoppuhr wurde die Zeit gemessen. Auf die Sekunde genau wurde nach 120 Sekunden geklatscht und der Pitch war vorbei.

Die Schwierigkeit bestand also darin, in nur 2 Minuten seine Idee und zusätzlich die Umsetzung zu präsentieren. Dabei gilt es die anderen Hacker von seiner Idee zu überzeugen und in ihnen Begeisterung zu entfachen. Denn zum Schluss entscheiden die Hacker jeder Challenge per Dot Voting, welches Team gewinnen soll. Die Gewinner der fünf Hack Challenges traten dann in einem finalen Pitch auf der Hauptbühne vor der gesamten Konferenz auf.

Unsere Idee

Alexis und ich interessierten uns insbesondere für die Hack Challenge #4 Logistics & Supply Chain 4.0. In dem folgenden Video stellt der Hack MC Antonio Martinez seine Hack Challenge vor:

Nachdem wir einige Wochen im Voraus die Beschreibung der Hack Challenge gelesen hatten, entwickelten wir eine Idee, an der wir in mehreren Skype-Gesprächen feilten.

Aufgrund der Hard- und Software unserer Hack Challenge in Verbindung mit den neuesten Entwicklungen in der IT der letzten Monate kamen wir auf die Idee einer „Blockchain for Fish“.

Der Gedanke der „Blockchain for Fish“ besteht darin, die gesamte Supply Chain eines Speisefisches lückenlos unter Beihilfe der Blockchain zu dokumentieren und überwachen. Über Mikrocontroller können Daten wie die Temperatur des Fisches sowie seine Geo-Location permanent erfasst werden. Letztere Information ist vor allem dann interessant, wenn man wissen möchte, woher der Fisch tatsächlich kommt, den man im Supermarkt kaufen möchte. Die Aufzeichnung der Temperatur ist insofern wichtig, dass damit sichergestellt werden kann, dass die Kühlkette zu keinem Zeitpunkt unterbrochen wurde. Dabei ist die Temperatur ab dem Zeitpunkt, zu dem der Fisch gefangen wird, über den Transportweg zum Hafen, während der Verarbeitung in der Fischfabrik bis über den Transport zu den Supermärkten hinweg von Interesse.

Alle diese Daten werden in der Blockchain gespeichert, um Vertrauen zu schaffen. D.h. Vertrauen gegenüber dem Endkunden, der den Fisch im Supermarkt kauft, aber auch zwischen den einzelnen Akteuren der Supply Chain. Dadurch dass die Informationen in der Blockchain gespeichert werden, sind sie praktisch vor nachträglicher Manipulation geschützt. Der Fabrikbesitzer kann so dem Fischer vertrauen, dass der Fisch noch frisch ist und über die Blockchain auch das zugehörige Fischfanggebiet identifizieren.

Daneben ergeben sich viele weitere Vorteile. Wer sich für das Thema „Blockchain for Food“ interessiert, findet auf Forbes.com einen interessanten Artikel zu dem Thema.

Um unsere Idee abzurunden, bieten wir dem Endkunden einen „Fish Sustainability Report“ an, der die Informationen zu jedem Fisch in aggregierter Form zur Verfügung stellt. Der Zugriff auf diesen Report erfolgt in unserer Umsetzung sehr pragmatisch. Jeder Fisch hat einen QR-Code aufgedruckt, welcher den Link zu dem zugehörigen Report enthält. Über sein Smartphone kann der Kunde im Supermarkt den QR Code scannen, den Link im Browser öffnen und so den Report sehen.

fishwithqrcodes.jpg

Die beiden Plastikfische mit aufgeklebten QR-Codes.

Ihr habt es bestimmt bereits bemerkt, ohne auf technische Details unserer Umsetzung einzugehen (MQTT, T-Lab Blockchain, Spring Boot, NodeJS, Docker), unsere Idee ist zu komplex, um sie in einem Post vollständig zu erläutern. Falls ihr Fragen habt, lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Bevor wir hier noch weiter ausschweifend über unsere Idee berichten, kommt hier das Video unseres Prototyps:

 

The winner takes it all

Selbstverständlich möchten wir euch an dieser Stelle nicht vorenthalten, dass wir zwei als Gewinner aus der Hack Challenge „Logistics & Supply Chain 4.0″ hervorgegangen sind. Unter den 20 Teams unserer Hack Challenge konnten wir mit Abstand die meisten Votes der übrigen Hacker auf uns ziehen.

Der Druck war am letzten Tag bereits sehr hoch und der Stresspegel stieg von Stunde zu Stunde. Aber nach unserem Sieg in der Challenge mussten wir unsere Idee natürlich auch noch auf der Hauptbühne vor der versammelten Konferenz präsentieren. Bei den sogenannten „Winner Pitches“ traten die Gewinner der fünf Hack Challenges gegeneinander an und wurden dabei von einer Jury aus verschiedenen CEOs bewertet.​ Aus den anderen Teams kamen t​eils beeindruckende Ideen mit bereits sehr fortgeschrittenen Umsetzungen. Gewonnen hat letztendlich das Team „E-mute“, welches ein Sensorsystem zur Erfassung der Wasserqualität von Flüssen in Indien vorstellte.

Im Anschluss an die Winner Pitches kam John Calian, der Vice President von T-Labs (Telekom Innovation Laboratories), auf uns zu, um sich bei uns für die Nutzung der T-Labs Blockchain-Technologie zu bedanken. Eine detaillierte Bewertung der einzelnen Teams wurde leider nicht veröffentlicht, laut unserem Hack MC sollen wir aber weit vorne dabei gewesen sein. Nachdem wir auch diesen Pitch durchgestanden hatten, lagen bei uns die Nerven vollends blank, und wir fühlten uns reif für die Heimreise.

Auf Twitter findet ihr entsprechende Tweets dazu:

Bei der Umsetzung unserer Idee lief bei Weitem nicht alles so glatt, wie wir es uns gewünscht hätten. Neben den typischen Problemen mit Windows standen Alexis und Philipp (2x Big Data Software Engineers) vor der Schwierigkeit, plötzlich sich mit dem Thema IoT und damit mit Mikrocontrollern sowie deren Programmierung auseinandersetzen zu müssen. Gleichzeitig mussten wir uns um die Pitches kümmern, um damit die anderen Hacker von uns zu überzeugen. Für den finalen Pitch hatten wir sogar ein kleines Rollenspiel einstudiert. Eine nicht ganz nebensächliche Rolle spielte auch unser kleiner Gag. Für die Demonstration hatte Philipp im Voraus zwei Plastikfische bestellt, welche wir bei unseren Pitches zu Demonstrationszwecken nutzen und uns so die Sympathie der grölenden Menge sicherten.

Das Beste an dem Hackathon war definitiv, mit so vielen Hackern mit teils inspirierenden Persönlichkeiten / Lebenseinstellungen aus aller Welt zusammenzukommen, Englisch zu sprechen, über Ideen zu diskutieren und zu coden. Vor Ort konnten wir eine riesige Menge an Technologien ausprobieren und für die Entwicklung nutzen. Die Größe des Events war beeindruckend und die Stimmung auf dem Hackathon inspirierend. Alles war sehr professionell organisiert (kostenlose Verpflegung). Die BCX hat uns einfach mega Spaß gemacht.

Wer weiß, vielleicht finden wir ja im nächsten Jahr erneut Zeit, am Bosch IoT Hackathon teilzunehmen und können dann als eine größere Truppe mit ein paar Werkstudenten antreten.

DeveloperLaptopWithFishAndMicrocontrollerWIthSensors

Alexis’ Laptop mit Mikrocontroller (inklusive GPS- und Temperatursensor) sowie unseren beiden Plastikfischen

 

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