Red Hat Enterprise Linux 7 (RHEL7) oder Oracle Linux 7 (OL7) bietet gegenüber RHEL9/OL9 vor allem Vorteile in Bezug auf Stabilität, Kompatibilität mit älterer
Software und langjährige Produktionsumgebungen. Allerdings ist RHEL7/OL7
seit Juni 2024 im regulären Wartungszyklus ausgelaufen und nur noch mit
Extended Life Cycle Support (ELS) verfügbar.

Vorteile von RHEL9/OL9 gegenüber RHEL7/OL7

1. Bewährte Stabilität

RHEL7/OL7 ist seit 2014 im Einsatz und hat sich in vielen produktiven Umgebungen als äußerst stabil erwiesen. Viele Unternehmen setzen auf RHEL7/OL7, weil es über Jahre hinweg getestet und optimiert wurde.

RHEL9/OL9 ist eine stabile Weiterentwicklung und bringt viele Vorteile mit sich.
So in Themen Virtualisierung und Containerisierung.  Damit verbunden sind verbesserte und flexible Möglichkeiten der Datensicherheit unter Beachtung der Sicherheitsstandards wie NIS2, Dora oder dem CRA.

2. Kompatibilität mit älterer Software

Legacy-Anwendungen, die auf älteren Bibliotheken oder Kernel-Versionen basieren,
laufen oft nur unter RHEL7/OL7 ohne Anpassungen.

RHEL9/OL9 verwendet neuere Compiler und Bibliotheken, was zu Inkompatibilitäten führen kann. Jedoch sind die Hersteller schon seit längeren auf den Umstieg vorbereitet. 

3. Vertraute Systemverwaltung

RHEL7/OL7 nutzt noch klassische Tools wie iptables, network-scripts und init.d, die in
RHEL9/OL9 durch nftables, NetworkManager und systemd ersetzt wurden.

Für Administratoren, die mit älteren Tools vertraut sind, ist RHEL7/OL7 oft einfacher zu handhaben (da bekannt). symtemd, nftables, NetworkManager sind allgemeingültige Tools und Mechanismen, die in der Linux Welt seit geraumer Zeit einen Standard darstellen.  Dies führt speziell in heterogenen Umgebungen zu Vereinfachungen in der Administration.

4. Langfristige Infrastrukturabhängigkeiten

Viele Unternehmen haben ihre Infrastruktur (z.B. Monitoring, Backup, Automatisierung) speziell auf RHEL7/OL7 abgestimmt.

Ein Umstieg auf RHEL 9 erfordert oft umfassende Tests und Anpassungen.
Die Einsatz von Virtualisierung und Containerisierung wird sehr vereinfacht. Hersteller von Lösungen haben Ihre Hausaufgaben erledigt und Releases  für RHEL9/OL9 für bereitgestellt.

5. ELS (Extended Life Cycle Support) bis 2029

Red Hat bietet für RHEL7 optionalen ELS-Support bis Mai 2029 an.  Damit einhergehend wird auch OL9 über Oracle im Extended Support betrieben. 

Damit können Unternehmen weiterhin Sicherheitsupdates für kritische Komponenten erhalten, ohne sofort migrieren zu müssen. Jedoch ist dies an Bedingungen geknüpft.  Auch ist hier der Kostenfaktor zu nennen. Da es mit der Einleitung der EOL Phase, um none-Standard-Produkt handelt.  

6. NIS2 fordert aktuellen Stand der Technik

Die NIS2-Richtlinie soll die Cybersicherheit in der EU verbessern und Unternehmen wie Behörden widerstandsfähiger gegen digitale Angriffe machen. Die aktuelle Version von Redhat und Oracle Linux in Organisationen einzusetzen wäre also für Compliance und Sicherheit relevant. NIS2 fordert „den aktuellen Stand der Technik“. 

Stand der NIS2 Gesetzgebung:

  • Aktueller Stand: Seit 13. November 2025 ist das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen.
  • Erwartetes Inkrafttreten: Anfang 2026. 


Einschränkungen von RHEL7/OL7 (Stand 2025)

Kein regulärer Wartungssupport mehr seit Juni 2024.
Keine neuen Hardware-Treiber oder Features.
Sicherheitsrisiken steigen, wenn kein ELS gebucht wird.

Fazit

RHEL7/OL7 war lange die richtige Wahl. Aber wer heute noch auf Altbewährtes setzt, läuft Gefahr, morgen den Anschluss zu verlieren. RHEL9/OL9 ist nicht nur ein Upgrade – es ist ein strategischer Schritt in Richtung Zukunft.

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Foto: Mario Nolte
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Mario Nolte ist Solutions Architect bei OPITZ CONSULTING und spezialisiert auf Middleware, Identity & Access, DevOps und Security.

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